Pfannen und Artenschutz - Passt das zusammen?

Liebe Freundinnen und Freunde der Pfanne,

Artenschutz und Nachhaltigkeit liegen uns am Herzen. Mit 50 Cents je verkauftem Artikel unterstützen wir die WDC (Whale and Dolphin Conservation), die sich dem Artenschutz von Walen und Delfinen widmet.

Pfannen und Artenschutz?! Passt das zusammen? Wir finden schon.

Mit unserem Kochgeschirr wenden wir uns an ambitionierte Hobbyköchinnen und -köche mit hohen Ansprüchen an die Qualität ihres Geschirrs, die aber nicht mit Renommiermarken prahlen wollen, sondern gute Qualität, hohe Funktionalität und ansprechendes Design wünschen. Ich wage zu unterstellen, dass solche Menschen auch bei der Wahl ihrer Lebensmittel höhere Maßstäbe anlegen als Monika Mustermann oder Otto Normalverbraucher.

Ich gebe hier nur zwei Dinge zu bedenken:

1. Zurzeit ist in der in Industrie- und aufstrebenden Schwellenländern steigende Fleischkonsum in aller Munde, nicht nur buchstäblich, sondern auch in Form der Diskussion über den Land- und Wasserverbrauch für Weideflächen, den Kohlendioxidausstoß (sowohl der pupsenden Viecher als auch durch den zum Teil horrenden Transport über Kontinente hinweg) und die ethisch kaum vertretbaren Haltungs- und Schlachtbedingungen in großen Teilen der Fleischindustrie sowie die Preisdumpingspiralen der großen Handelsketten. Alles richtig. Aber um wie viel größer muss das Problem beim Fischkonsum sein, wenn man bedenkt, dass mehr als 70 Prozent der Weltbevölkerung ihre tägliche Proteinration aus dem Meer beziehen, eben in Form von Fisch oder Meeresfrüchten. Mehr als 70 Prozent!! Als ich diese Zahl zum ersten Mal hörte, war ich sprachlos, was bei mir wirklich nicht oft vorkommt. Das war übrigens in der Dokumentation "Lachsfieber", die ich der Leserschaft sehr ans Herz lege. Nachhaltigkeit und Artenschutz sind auch und gerade beim Fischkonsum ein Muss, weil der Mensch tatsächlich weniger ein Fleisch- als ein Fischfresser ist. Und noch eine Zahl, weil sie so schön plastisch ist: Laut Slowfood war dieses Jahr ab Ostermontag (6.4.) der Fischverzehr in Deutschland rechnerisch nur noch durch Einfuhren gedeckt. Die Fänge der deutschen Fischer waren da aufgebraucht. Auf europäischer Ebene sieht es ähnlich aus: Schon jeder zweite in Europa konsumierte Fisch wird außerhalb der EU gefangen.

2. Der konsumierte Fisch ist das Eine, der Beifang das Andere. Die WDC macht gerade mit ihrer aktuellen Kampagne "die letzten 300" auf die desolate Situation der heimischen Schweinswale aufmerksam. Die Gefährlichkeit von Scheppnetzen und Langleinen gilt aber für fast jedes Lebewesen im Ozean, ob Hai, Wal oder Schildkröte. Dass es auch mal gut ausgehen kann, wie in diesem Fall, ist kein Grund für Entwarnung.

Was kann man also tun? Klar, es gibt inzwischen Güte-Siegel, die einem Entscheidungshilfen sein können, allerdings ist auch dort Vorsicht geboten. Viele Siegel sind von den Produzenten selbst entwickelt und daher nur bedingt vertrauenswürdig. Unter den unabhängigen Siegeln sind bei Fisch aus Wildfang die etabliertesten Zertifizierungen heute Marine Stewardship Council (MSC) und Friend of the Sea (FOTS), bei Aquakulturen ist es GLOBALG.A.P. Das Siegel Dolphin Safe beinhaltet spezielle Richtlinien für Thunfisch-Fischereien. Greenpeace hat diese Zertifizierungen einer genauen Betrachtung unterzogen und mit externen Experten bewertet. Zusammenfassend gibt es aus Greenpeace-Sicht augenblicklich kein Siegel für nachhaltige Fischprodukte, das uneingeschränkt zu empfehlen ist. Obgleich die vorhandenen Zertifizierungen zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung sind, können sie nicht garantieren, dass alle zertifizierten Produkte aus wirklich nachhaltigen Fischereien bzw. Aquakulturen stammen.

Was bleibt also? Selber angeln?

Ich denke, der goldene Weg ist auch hier ein Zurück zu saisonalem und regionalem Fischkonsum. Hecht, Maräne oder Felchen z.B. sind ganz köstliche Speisefische. Es muss nicht immer das Lachs- oder Thunfischsteak sein. Eine Bezugsquelle? www.fischkaufhaus.de

Und - immer kritisch nachfragen, ob im Restaurant, an der Fischtheke oder bei der Supermarktleitung. Gern auch vor versammeltem Publikum, das gibt einen feinen Multiplikatoreffekt. Wenn die Antwort nicht überzeugend oder ausweichend ausfällt, unbedingt vom Kauf absehen. Das macht Eindruck. Wenn Handel und Gastronomie mit achtsamen und mündigen Konsumenten konfrontiert sind, werden sie dies an die Produzenten weitergeben; erfahrungsgemäß passiert das sogar ziemlich zügig, ob des hohen Wettbewerbsdrucks.

Wer so lange nicht warten will und das Lachssteak unbedingt braucht, muss indessen nicht verzweifeln. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe guter Fischversender online, die auch ihre Lieferketten in Sachen Nachhaltigkeit und Artenschutz unter Kontrolle haben. Aus eigener Erfahrung nenne ich hier www.genusshandwerker.de.

Die Moral von der Geschicht': Nachhaltiger Fischkonsum ist so einfach nicht, bleibt aber für alle dennoch Pflicht.

Deshalb passen Pfannen und Artenschutz bestens zusammen. Quod erat demonstrandum.

 

P.S.: Heute ist übrigens der Internationale Tag der Meere.

P.P.S.: Das Bild ist schlecht, ja, aber ich habe es immerhin selbst geschossen, im schottischen Inverness bei unseren Patendelfinen und ihren Kameradinnen und Kameraden.

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