"Meine Lieblingssuppe": Klare Ochsenschwanzsuppe mit grünen Erbsen

Diese Suppe ist klassisch, köstlich und nichts weniger als eine sentimental journey für mich. 

Geschmorter Ochsenschwanz war das erste Gericht, das mein Mann, als er noch nicht mein Mann war, für mich gekocht hat. Er meint, damit habe er mich "rumgekriegt". Ich lasse ihn in diesem Glauben, den Kochverrückten. Verliebt war ich aber tatsächlich schon vorher. 

Wahr ist dennoch, dass dieses Gericht seitdem eine besondere Bedeutung für uns hat. Die Suppe vom Ochsenschwanz allerdings ist dabei tatsächlich ein "Nebenprodukt".

Ausgangspunkt für die Suppe ist die Brühe, die zum Schmoren des Ochsenschwanzes benötigt wird. Dazu wird aus 1,5 kg Ochsenschwanz und einem längs halbierten Rindermarkknochen mit Suppengemüse eine Brühe gekocht.

Um eine klare Brühe zu bekommen, werden Fleisch und die Knochen zunächst blanchiert, d.h. mit kaltem Wasser etwa 2 Finger breit bedeckt und aufgekocht. Dann wird es abgegossen, die Knochen und das Fleisch gut gespült, um den Schaum abzuwaschen, und der Topf gesäubert.

Ochsenschwanz und Knochen erneut in den Topf geben, zusammen mit grob geschnittenem Suppengemüse (Karotten, Sellerie, Lauch, Zwiebeln, eine halbierte Knoblauchzwiebel) und mit Wasser bedecken. Langsam zum Kochen bringen und aufsteigenden Schaum und Unreinheiten regelmäßig abschöpfen.

Temperatur zurücknehmen und für 4 bis 5 Stunden ganz sanft köcheln lassen und ggfs. wiederholt Schaum abschöpfen. Auf keinen Fall darf die Brühe 'rollend' kochen, sonst werden sämtliche Unreinheiten in die Brühe gekocht und vorbei ist es mit der klaren Suppe.

Nach der Hälfte der Kochzeit zwei Lorbeerblätter, einige Thymian- und Petersilienzweige (glatt oder kraus, je nach Gusto) sowie ein Teelöffel schwarze Pfefferkörner dazugeben.

Nach dem Ende der Kochzeit die Ochsenschwanzstücke herausnehmen und beiseite stellen. Die Brühe durch ein Sieb, welches mit feuchter (!) Küchengaze ausgelegt ist, abgießen, um weitere Unreinheiten herauszufiltern. Die doppelte für die Suppe benötigte Menge Brühe in einem sauberen Topf zum Kochen bringen und schnell auf die Hälfte einkochen. Mit etwas Salz abschmecken. 

Die Ochsenschwanzstücke wieder dazugeben und erhitzen. In der Zwischenzeit 400g feine Erbsen (hier darf es auch mal TK-Ware sein) für fünf Minuten in leicht gesalzenem, kochendem Wasser blanchieren, abgießen und zur Suppe geben.

Nachdem ich inzwischen keine große Fleischesserin mehr bin, habe ich die Suppe allerdings etwas abgewandelt genossen. Anstelle von Fleisch und Knochen traten ein paar hübsche, im Ofen in Olivenöl geschmorte Kirschtomaten.

Ehre, wem Ehre gebührt, zum Ersten: Das Rezept ist keine reine Eigenkreation, sondern dem Rezept für Kalbsschwanzsuppe aus Fergus Hendersons Kochbuch "Nose to tail" nachempfunden. Henderson röstet die Kalbsschwanzstücke noch, aber die Röstaromen sind nicht so Unsers in einer Suppe.

Ehre, wem Ehre gebührt, zum Zweiten: Die Idee zu dieser schönen Aktion für Blogger und Nichtblogger hatte Kochfokus.de. Es war eine Freude, einen kleinen Beitrag leisten zu dürfen!

 Und nun: Guten Appetit!

 

P.S. für die Einkaufsliste bei 4 Personen am Tisch:

1,5 kg Ochsenschwanzstücke

1 großer Rindermarkknochen

3 Karotten

1/4 Kopf Sellerie

2 Stangen Lauch

1 Knoblauch

2 Zwiebeln 

2 Lorbeerblätter

1 Bd. Thymian

1 Bd. Petersilie (glatt oder kraus)

1  TL Pfefferkörner (schwarz)

400g Erbsen (TK)

 P.P.S.: Das Fleisch, das hier verwendet wurde, stammt vom Salers-Rind, das in bäuerlicher Haltung im fränzösischen Bergland aufwächst. Da es zu den Regeln dieses Events gehört, dass man nicht werben darf, geschieht dies hier auch nicht. Es gilt natürlich wie immer: Wer nicht fragt, bleibt dumm.

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  • Köstliches Suppenrezept für das Blogevent "Meine Lieblingssuppe"

    Liebe Natja! Das ist ein sehr köstliches Suppenrezept mit einer tollen Anleitung und auch einer sehr schönen Geschichte rund um die Suppe. Ich danke Dir sehr herzlich, dass Du bei meinem Blogevent mitgemacht hast und wünsche Dir ein tolles Wochenende. LG Grüße Gabi ;-)